Ratgeber · Kosten und Förderung · Stand November 2026
Lohnt sich Photovoltaik 2026? Die Rechnung für Sachsen-Anhalt
Kurz gesagt
Ja, wenn Sie einen guten Teil des Stroms selbst nutzen. Für Strom, den Sie ins Netz einspeisen, bekommen Sie bei Inbetriebnahme bis Ende Januar 2027 7,70 Cent je Kilowattstunde, 20 Jahre lang fest (Anlagen bis 10 kWp mit Eigenverbrauch). Strom aus dem Netz kostet im Schnitt rund 37 Cent. Jede Kilowattstunde, die Sie selbst verbrauchen, spart also fast das Fünffache dessen, was eine eingespeiste bringt. Deshalb entscheidet der Eigenverbrauch, nicht die Dachgröße.
Wovon es abhängt, ob sich Ihre Anlage lohnt
- Ausrichtung des Dachs: Süd bringt den höchsten Ertrag, Ost und West bringen den Strom morgens und abends. Ein reines Norddach lohnt sich in der Regel nicht.
- Zustand des Dachs: Muss das Dach in den nächsten Jahren neu gedeckt werden, kommt das zuerst. Sonst bezahlen Sie Abbau und Wiederaufbau der Anlage zusätzlich.
- Ihr Stromverbrauch: Unter 2.000 kWh im Jahr und ohne E-Auto in Sicht wird es knapp. Je mehr Sie selbst verbrauchen, desto schneller rechnet sich die Anlage.
- Verbrauch in den Tag legen: Waschmaschine, Spülmaschine und Wärmepumpe laufen, wenn die Sonne scheint. Das kostet nichts und hebt den Eigenverbrauch.
- Speicher passend zum Verbrauch: Den Speicher wählen wir nach Ihrem Verbrauch, nicht nach der Dachgröße.
- Zählerschrank: Ist der Zählerschrank alt, muss er erneuert werden. Das sehen wir beim Termin, und es steht vorher im Angebot.
- E-Auto oder Wärmepumpe: Ein E-Auto, das zu Hause lädt, hebt den Eigenverbrauch am stärksten. Eine Wallbox planen wir gleich mit oder später ohne Umbau.
Beispielrechnung
Was eine Anlage auf dem Einfamilienhaus im Jahr bringt
Ohne Speicher
Mit Speicher
Selbst nutzen schlägt einspeisen
Was die Anlage kostet
Was 2026 anders ist
Vier Dinge, die Sie wissen sollten:
- Keine Mehrwertsteuer: Auf Anlage und Speicher zahlen Sie 0 Prozent Umsatzsteuer, bei privaten Anlagen bis 30 kWp.
- Günstigere Module: Module kosten deutlich weniger als vor drei Jahren.
- Vergütung sinkt halbjährlich: Die Einspeisevergütung sinkt jedes halbe Jahr um ein Prozent. Bei Inbetriebnahme bis Ende Januar 2027 gibt es 7,70 Cent je kWh, 20 Jahre fest.
- Ab 2027 neue Regeln geplant: Laut Gesetzentwurf vom Juli 2026 soll die feste Vergütung für neue kleine Anlagen durch eine befristete Übergangszahlung ersetzt werden. Beschlossen ist das noch nicht. Wer 2026 in Betrieb geht, behält 20 Jahre feste Vergütung.
Häufige Fragen
Was zahle ich an Steuern auf eine Solaranlage?
Aktuell gilt der Nullsteuersatz: 0 % Umsatzsteuer auf PV-Anlagen bis 30 kWp für Privathaushalte. Sie sparen 19 % gegenüber früher. Wir kümmern uns um die korrekte technische Anmeldung; den Förderantrag bei der KfW stellt der Eigentümer (oder die Hausbank) selbst, wir liefern die Unterlagen.
Wann hat sich die Anlage bezahlt gemacht?
In unserer Beispielrechnung nach etwa 11 bis 15 Jahren, je nach Preis, Speicher und Eigenverbrauch. Steigende Strompreise sind dabei nicht eingerechnet. Die Anlage hält 25 bis 30 Jahre, die Jahre danach sind reine Ersparnis.
Was ist, wenn die Wallbox erst später dazukommen soll?
Wir planen Ihre PV-Anlage so, dass eine Wallbox jederzeit ohne Umrüstung dazukommen kann. Das ist Standard bei uns, nicht Aufpreis.
Soll ich warten, bis die Regeln für 2027 klar sind?
Wer jetzt in Betrieb geht, hat 20 Jahre feste Vergütung sicher. Was ab 2027 für neue Anlagen gilt, ist noch nicht beschlossen. Warten lohnt sich vor allem, wenn Ihr Dach ohnehin bald neu gedeckt wird.
Welche Anlagen-Größe lohnt sich in Sachsen-Anhalt?
Für ein typisches Einfamilienhaus in Sachsen-Anhalt sind 8 bis 15 kWp die wirtschaftlichste Größe. Wir rechnen mit 900 bis 1.000 kWh Ertrag pro kWp und Jahr. Eine 10-kWp-Anlage liefert also 9.000 bis 10.000 kWh, mehr als ein vierköpfiger Haushalt verbraucht. Den Überschuss vergütet der Netzbetreiber für 20 Jahre garantiert. Unsere Faustregel: das Dach voll belegen, soweit Statik und Verschattung es zulassen. Bis 30 kWp gilt der Nullsteuersatz, und jede zusätzliche Kilowattstunde refinanziert sich über Eigenverbrauch oder Einspeisung. Die optimale Größe für Ihr Dach klären wir im Vor-Ort-Termin.