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Ratgeber · Planung und Technik · Stand November 2026

Süddach oder Ost-West? Photovoltaik im Vergleich

Kurz gesagt

Ein Süddach bringt je kWp den höchsten Jahresertrag. Ost und West bringen den Strom dann, wenn die meisten Haushalte ihn brauchen: morgens und abends. Ohne Speicher ist Ost-West deshalb oft die bessere Wahl, mit Speicher gleicht sich beides an. Ein Norddach lohnt sich in der Regel nicht.

Solarteur aus Köthen vor einer gebauten Photovoltaikanlage
Ehrlich verglichen: Ertrag, Tageszeit und Eigenverbrauch. Mit Beispielrechnung und dem, was wir beim Vor-Ort-Termin auf Ihrem Dach prüfen.

Was wir im Vor-Ort-Termin prüfen

Welche Variante auf Ihrem Haus mehr bringt, hängt an Details. Diese sieben Punkte schauen wir uns vor Ort an:
  • Ausrichtung in Grad: Kaum ein Dach zeigt genau nach Süden. Wir messen, wie weit es abweicht, und rechnen mit dem echten Wert.
  • Neigung: Bei uns bringt ein Süddach mit gut 30 Grad Neigung am meisten. Flachere und steilere Dächer liegen etwas darunter.
  • Fläche je Dachseite: Auf zwei Dachseiten passen oft mehr Module als auf eine. Das gleicht den geringeren Ertrag je Modul häufig aus.
  • Schatten: Gauben, Schornsteine und Bäume werfen je nach Tageszeit Schatten. Wir legen die Module so, dass möglichst wenig Ertrag verloren geht.
  • Speicher: Mit Speicher gleichen sich Süd und Ost-West an, weil der Mittagsstrom für den Abend aufgehoben wird.
  • Ihr Verbrauch über den Tag: Wer im Homeoffice arbeitet, nutzt den Mittagsstrom vom Süddach. Wer morgens und abends zu Hause ist, profitiert von Ost und West.
  • E-Auto: Lädt das Auto tagsüber zu Hause, passt das Süddach. Lädt es abends, helfen Ost-West oder ein Speicher.
Danach sagen wir Ihnen, welche Dachseiten wir belegen würden und warum.

Beispielrechnung

Süddach gegen Ost-West

Annahmen: Ein Süddach mit gut 30 Grad Neigung erreicht bei uns rund 1.000 kWh je kWp und Jahr. Ost- und Westseiten liegen je kWp meist 10 bis 20 Prozent darunter.
Das ist eine Beispielrechnung mit Erfahrungswerten, keine Messung von einem bestimmten Haus.

Süddach mit 10 kWp

Rund 10.000 kWh im Jahr.
Viel davon mittags.

Ost-West mit je 6 kWp

Rund 9.600 bis 10.800 kWh im Jahr.
Verteilt über den ganzen Tag.

Tagsüber nicht zu Hause?

Dann nutzen Sie bei Ost-West ohne Speicher meist mehr selbst, weil der Strom morgens und abends kommt.

Lohnt sich das überhaupt?

Die Rechnung mit Einspeisevergütung, Eigenverbrauch und Speicher steht in unserem Ratgeber „Lohnt sich Photovoltaik 2026“.

Die Zahlen

Was die Ausrichtung je kWp bedeutet:

  • Süd, gut 30 Grad: Rund 1.000 kWh je kWp und Jahr, der höchste Ertrag
  • Ost oder West: Je kWp meist 10 bis 20 Prozent weniger als Süd, dafür Strom am Morgen und am Abend
  • Zwei Dachseiten: Oft Platz für mehr Module als auf einer Seite
  • Norddach: Lohnt sich in der Regel nicht. Das sagen wir ehrlich, bevor ein Angebot entsteht.

Häufige Fragen

Was zahle ich an Steuern auf eine Solaranlage?

Aktuell gilt der Nullsteuersatz: 0 % Umsatzsteuer auf PV-Anlagen bis 30 kWp für Privathaushalte. Sie sparen 19 % gegenüber früher. Wir kümmern uns um die korrekte technische Anmeldung; den Förderantrag bei der KfW stellt der Eigentümer (oder die Hausbank) selbst, wir liefern die Unterlagen.

Lohnt sich ein Ost-West-Dach ohne Speicher?

Oft ja, gerade wenn tagsüber niemand zu Hause ist. Der Strom kommt dann, wenn Sie ihn brauchen: morgens und abends.

Was ist, wenn die Wallbox erst später dazukommen soll?

Wir planen Ihre PV-Anlage so, dass eine Wallbox jederzeit ohne Umrüstung dazukommen kann. Das ist Standard bei uns, nicht Aufpreis.

Kann ich Süd- und Ostseite kombinieren?

Ja. Mehrere Dachseiten lassen sich getrennt an den Wechselrichter anschließen, so arbeitet jede Seite für sich. Ob sich das bei Ihnen lohnt, prüfen wir im Vor-Ort-Termin.

Welche Anlagen-Größe lohnt sich in Sachsen-Anhalt?

Für ein typisches Einfamilienhaus in Sachsen-Anhalt sind 8 bis 15 kWp die wirtschaftlichste Größe. Wir rechnen mit 900 bis 1.000 kWh Ertrag pro kWp und Jahr. Eine 10-kWp-Anlage liefert also 9.000 bis 10.000 kWh, mehr als ein vierköpfiger Haushalt verbraucht. Den Überschuss vergütet der Netzbetreiber für 20 Jahre garantiert. Unsere Faustregel: das Dach voll belegen, soweit Statik und Verschattung es zulassen. Bis 30 kWp gilt der Nullsteuersatz, und jede zusätzliche Kilowattstunde refinanziert sich über Eigenverbrauch oder Einspeisung. Die optimale Größe für Ihr Dach klären wir im Vor-Ort-Termin.

Anlagen, die wir so gebaut haben